Was bringt die Mehrwertsteuersenkung für Unternehmer und Verbraucher?

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Mehrwertsteuersenkung und was bringt das?

Die Senkung der Umsatzsteuer und deren Auswirkungen.

Gerade hat die Bundesregierung der staunenden Öffentlichkeit mitgeteilt, dass ein umfassendes Paket zur Stabilisierung der Wirtschaft auf den Weg gebracht wird, das ab Juli 2020 gelten soll. Ein wesentlicher Teil dieses Stützungsprogrammes ist die Senkung der Mehrwertsteuer, sowohl für den Regelsatz von 19% auf 16% und den ermäßigte Steuersatz von 7% auf 5%.

Zuerst sollte man sich darüber freuen, dass diese Steuer gesenkt wurde, weil Steuersenkungen grundsätzlich etwas positives für den Geldbeutel bedeuten. Bei näherer Betrachtung wird man allerdings feststellen, dass diese Steuersenkung nur denen behilflich ist, die konsumieren können und wer soll in Coronazeiten konsumieren? Die schlechtbezahlten "systemrelevanten" Berufe, die Hartz IV, ALG I und ALG II Bezieher? Die kurz vor der Pleite stehenden Unternehmen und Soloselbständigen?

Was bringt es den Unternehmen? Den Softwarefirmen sehr viel. Es müssen alle Kassen und Systeme innerhalb kürzester Zeit umgestellt werden und nach dem 31.12. dann wieder alles zurück auf Anfang, also noch einmal umstellen. Denn nichts geht automatisch und die erste Umstellung startet bereits in drei Wochen. Wie die Umstellung ohne Vorlauf dann für 2021 erfolgen soll ist noch offen. Softwarehersteller und Buchhaltungsprogramme, Steuerberater und Kassensystemhersteller freuen sich schon jetzt.

Die erwartete Stützung des Einzelhandels wird wohl auch nicht erfolgen, da die Kunden einfach kein Geld haben, so zu konsumieren, wie es die Politik sich vorstellt. Denn eine höhere Liquidität wird dadurch nicht erfolgen, da der eintretende Effekt ja erst zeitverzögert eintritt. Die Abrechnung beim Finanzamt muss ja auch Einnahmen voraussetzen. Die Umsatzsteuervorauszahlung für im Juli eingebrachte Umsätze wird erst frühestens am 10. August fällig. Da viele Unternehmer eine Dauerfristverlängerung beantragt haben, müssen sie sogar erst im September die Umsatzsteuer abführen. Erst dann, Monate später, wird der Liquiditätsvorteil spürbar.

Verbraucher mit Geld in der Tasche, also diejenigen die bisher unbeschadet die Coronapandemie aussitzen, werden einen Kostenvorteil wohl nur bei großen Anschaffungen spüren. Doch diese Klientel hat bereits Geld resp. ausreichende Liquidität. Somit werden diese Verbraucher bis Juli warten, da erst dann dieser Steuervorteil greift. Bis dahin wird wohl eine Zurückhaltung erfolgen. Wer kann es dem Verbraucher auch verdenken. Doch bis dahin sind viele Unternehen pleite. 3% bzw. 2% machen den Kaffee, das Brot oder andere Konsumgüter nicht besonders günstiger, eher teurer, weil beispielsweise in Gaststätten immer weniger Gäste, wegen der Abstandsregelung,  überhaupt das Angebot wahrnehmen dürfen.

Der Hinweis, dass nun zur Sicherung der Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen ein Programm für Überbrückungshilfen aufgelegt wird, ist vielleicht ehrenhaft, gilt aber nur für die Monate Juni bis August. Antragsberechtigt sind nur Unternehmen, deren Umsätze Coronabedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60% gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50% fortdauern, was ja wohl erst nachträglich festgestellt werden kann. Dann ist es aber für die meisten Unternehmen schon viel zu spät.

Wer sind die Profiteure: Die großen Unternehmen, die nun abgreifen, was diese politische Entscheidung hergibt. Den meisten anderen wird es nicht helfen. Ausser der Steuerberater hat ein paar Tricks auf Lager, um das Desaster nicht in einer Pleite enden zu lassen.

Viel, sehr viel Rauch um herzlich Wenig und es bleibt dabei. Die Autoindustrie macht den größten Schnitt dabei und Ausrüster für G5 und und und. Bezahlen werden das Alle. Erst wenn das BGE (Bedingungslose Grundeinkommen)  kommt, haben alle was davon. Aber soweit ist das aktuelle politische Personal leider noch nicht, meine Meinung.

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