Oben angekommen hat man einen weiten Ausblick auf die zerklüftete Küste und den Golf von Biskaya. Die Kapelle dort ist Johannes dem Täufer geweiht und ihre Ursprünge reichen bis ins frühe 11. Jahrhundert zurück. Der Ort war jahrhundertelang ein religiöser Rückzugsort und gilt heute als wichtiges Kulturgut des Baskenlands.

San Juan de Gaztelugatxe wurde international noch bekannter, weil es als Drehort für „Game of Thrones“ diente und dort die Burg Drachenstein dargestellt wurde. Dadurch ist der Ort heute nicht nur ein Wallfahrtsziel, sondern vor allem ein beliebtes Reiseziel für Filmfans. Es lohnt sich definitiv – im Sommer wird der Zugang zuweilen begrenzt – man sollte sehr früh da zu sein.
Da wir schon einmal in der Nähe waren, wollte ich unbedingt nach Guernika (ich halte als Lektorin einen Vortrag über Picassos Guernica und den spanischen Bürgerkrieg).
Guernika, baskisch Gernika, ist eine Stadt im Baskenland in Nordspanien, die heute vor allem als Symbol für Frieden und für die Schrecken des Krieges bekannt ist. Am 26. April 1937 wurde Guernika im Spanischen Bürgerkrieg durch deutsche Flugzeuge der Legion Condor zusammen mit italienischen Einheiten bombardiert; große Teile der Stadt wurden zerstört und viele Menschen kamen ums Leben. Der Angriff machte den Ort weltberühmt und gilt bis heute als eines der eindrücklichsten Beispiele für die Zerstörung von Zivilbevölkerung im Luftkrieg.

Guernika ist im Baskenland mehr als nur ein Ort: Es steht auch für baskische Identität, Freiheit und Erinnerung. Besonders bekannt ist der Baum von Gernika, ein historisches Symbol der baskischen Selbstverwaltung, der in der Stadt eine wichtige Rolle spielt.? Durch Pablo Picassos Gemälde Guernica wurde die Stadt zu einem weltweiten Antikriegssymbol. Das Bild entstand als Reaktion auf die Bombardierung und gehört heute zu den bekanntesten politischen Kunstwerken des 20. Jahrhunderts.
Heute ist Gernika-Lumo ein kleiner, aber historisch sehr bedeutender Ort mit Gedenkstätten, dem Friedensmuseum und Orten, die an die Zerstörung von 1937 erinnern. Gleichzeitig ist die Stadt auch Teil des baskischen Alltagslebens und bekannt für ihren Markt und ihre kulturelle Tradition. Ich war ein wenig enttäuscht – hatte vielleicht zu viel erwartet...

Auf dem Weg nach Frankreich hatten wir leider keine Zeit mehr für einen Stopp in San Sebastian – was ich sehr bedauert habe. Das Wetter wurde immer schlechter und wir haben uns für eine Übernachtung auf einem Parkplatz in dem kleinen Küstenort Ondres, nördlich von Biarritz, entschieden. Dort war es sauber und am Strand gab es auch eine Wasch- und Toilettenmöglichkeit.
Bekannt ist die Region für den tosenden Atlantik und den strammen Wind, der im Sommer vor allem Surfer in diese Region zieht. Normalerweise gehe ich wann immer möglich ins Meer – auch wenn es kalt ist. Doch diesmal hatte ich großen Respekt, nicht nur vor der Temperatur, sondern auch von der Wucht der Wellen. Schön anzusehen war es allemal.