Die Stadt galt lange als industrielles Zentrum, geprägt von Werften und Schwerindustrie. Doch seit den 1990er Jahren hat sich Bilbao stark gewandelt und ist heute ein Beispiel für erfolgreichen Strukturwandel. Ein Symbol dieser Transformation ist das Guggenheim-Museum Bilbao, das mit seiner auffälligen Architektur aus Titan und Glas Besucher aus aller Welt anzieht. Entworfen wurde es vom Architekten Frank Gehry und es gilt als eines der bedeutendsten Museen für moderne Kunst in Europa.
Neben moderner Architektur bietet Bilbao auch eine charmante Altstadt, die „Casco Viejo“, mit engen Gassen, historischen Gebäuden und lebendigen Märkten. Hier lässt sich die baskische Kultur besonders gut erleben, etwa in Form der typischen Pintxos – kleine, kunstvoll belegte Brote. Wirtschaftlich hat sich Bilbao von der Industrie hin zu Dienstleistungen, Kultur und Tourismus entwickelt. Gleichzeitig bleibt die Stadt ein wichtiger Hafen- und Wirtschaftsstandort in Nordspanien.

Diesmal haben wir uns wieder ein Hotel in der Altstadt gegönnt – zwecks der Duschen. Mit viel Glück fanden wir auch einen Parkplatz, den wir – es war Sonntag – auch kostenfrei in der Altstadt nutzen konnten.
Die Stadt ist fußläufig zu erschließen und bezaubert an jeder Ecke entweder durch historischen Altbau oder durch ausgefallene Moderne. Unser erster Weg führte uns Guggenheim-Museum Bilbao – ein echter Eyecatcher – eine großartige Architektur. Das Museum wurde vom kanadisch-amerikanischen Architekten Frank Gehry entworfen und 1997 eröffnet. Besonders auffällig ist die geschwungene, fast futuristische Form, die Fassade aus Titanplatten, Glas und Kalkstein – ein Design, das je nach Licht völlig unterschiedlich wirkt. Viele betrachten das Gebäude selbst schon als Kunstwerk, was es definitiv ist. Der Besuch war ein Erlebnis, besonders beeindruckend war die monumentale Stahlinstallation „The Matter of Time“ von Richard Serra, die im Erdgeschoss eine riesige Halle füllt. Wir verbringen Stunden dort und spazieren am Nachmittag entlang des Nervión zur Zubizuri-Brücke, eine architektonisch markante Fußgängerbrücke des spanischen Architekten Santiago Calatrava.

Weiter geht es mit der historischen Standseilbahn auf den Berg Artxanda, oben bietet sich uns ein großartiger Panoramablick über die Stadt. Gegen Abend nutzen wir noch die U-Bahn in Bilbao (Metro Bilbao) ist ein herausragendes Beispiel für moderne Infrastruktur, die eng mit der städtebaulichen Revitalisierung der Stadt verbunden ist. Der Entwurf der Stationen stammt von dem weltberühmten britischen Architekten Sir Norman Foster (Foster + Partners), der 1988 den Designwettbewerb gewann.
Die Metro wurde am 11. November 1995 eröffnet. Die gläsernen, röhrenförmigen Eingänge zu den Metrostationen auf Straßenebene werden vom Volksmund liebevoll "Fosteritos" (kleine Foster) genannt. Diese curved Glasshelter dienen tagsüber als Lichteinlass für die Stationen und nachts als leuchtende Signale. Die minimalistischen Stationen selbst bestechen durch drei Hauptmaterialien: Beton, Edelstahl und Glas. Die Stationen sind architektonisch sauber und meist als große "Kavernen" konzipiert, was ein Gefühl von Weite vermittelt.

In der Altstadt lassen wir uns in der historischen Markthalle dann noch Pintxos (sprich: „Pintschos“) schmecken. Es sind kleine, kunstvolle kulinarische Häppchen aus dem Baskenland und Navarra in Nordspanien. Sie ähneln Tapas, basieren jedoch meist auf einer kleinen Brotscheibe, die mit verschiedensten Zutaten (Fisch, Fleisch, Käse) belegt und mit einem Zahnstocher fixiert ist. Sie werden oft an der Bar präsentiert und sind ein zentraler Teil der baskischen Kultur. Die Preise pro Pinxtos variieren zwischen 2,50 und 4€ pro Häppchen und sie sind einfach nur köstlich.
In Bilbao könnten wir noch viel mehr Zeit verbringen, wir sehen aber, dass sich eine heftige Regenfront nähert, und beschließen uns langsam auf den Heimweg zu machen.