Unzulässigkeit der Schleierfahndung in
Deutschland? - Plant die EU dafür den Ausbau der
Schleierfahndung?
Das Fernsehmagazin "Report aus München" wird derzeit
von vielen Medien zitiert was die eventuelle Aufhebung
der Schleierfahndung in Deutschland betrifft. Doch was
plant der EU-Rat wirklich?
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Schleierfahndung in
Germany - trouble in Germany and the EU |
Laut "Report aus München" solle mit Bestätigung durch
Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU), ein Vorstoß
der EU-Kommission geplant sein, die auf eine Abschaffung
solcher "verdachts- und ereignisunabhängigen
Personenkontrollen" in allen Mitgliedsstaaten ziele.
Dabei gehe es um Kontrollen, die auf den unmittelbaren
Grenzbereich oder wichtige Durchgangsrouten beschränkt
seien. In einem Verordnungsentwurf bezeichne die
Kommission solche Kontrollen angeblich als "unzulässig",
da sie mit der Reisefreiheit nicht zu vereinbaren
seien, wie das Magazin berichtete.
Beckstein sprach dem Magazin zufolge mit Blick auf
zahlreiche Fahndungserfolge von "schwerwiegenden
Nachteilen für die innere Sicherheit", falls sich die
Brüsseler Kommission mit ihren Vorschlägen durchsetzen
sollte.
Dem Bericht zufolge hat sich Beckstein deshalb wieder
einmal die Unterstützung von Bundesinnenminister Otto
Schily (SPD) gesichert, denn der Bundesgrenzschutz wäre
von einem Verbot der Schleierfahndung ebenfalls betroffen.
Allerdings wird übersehen, dass auf der TAGUNG DES
EUROPÄISCHEN RATES, BRÜSSEL, 4./5. NOVEMBER 2004 die
Schlussfolgerungen des Vorsitzes sogar eine Ausweitung der
Kontrollen zur Folge haben könnte.
Also völlig unterschiedliche Positionen derzeit zwischen
dem Vorsitz des EU-Rates und der EU-Kommission.
Denn in den Schlussfolgerungen des Vorsitzes unter Punkt
1.7.2. Biometrie und Informationssysteme heisst es u.a.:
Die Steuerung von Wanderungsbewegungen, einschließlich der
Bekämpfung der illegalen Einwanderung, sollte durch
ineinander greifende Sicherheitsmaßnahmen verstärkt
werden, durch die Visaantragsverfahren und Einreise- und
Ausreiseverfahren beim Überschreiten der Außengrenzen
wirkungsvoll miteinander verbunden werden.
Diese Maßnahmen sind auch von Bedeutung für die Verhütung
und Bekämpfung der Kriminalität, insbesondere des
Terrorismus. Zur Verwirklichung dieses Ziels bedarf es
eines in sich stimmigen Konzepts und harmonisierter
Vorgehensweisen in der EU in Bezug auf biometrische
Identifikatoren oder Daten.
Was "harmonisiertes Vorgehen" bedeutet, heisst nicht
unbedingt eine Abschaffung, sondern kann natürlich auch
eine Ausweitung bedeuten.
Weiter heisst es: Der Europäische Rat ersucht den Rat, auf
der Grundlage einer im Jahr 2005 zu veröffentlichenden
Mitteilung der Kommission über die Interoperabilität
zwischen dem Schengener Informationssystem (SIS II), dem
Visa-Informationssystem (VIS) und Eurodac zu prüfen, wie
Effizienz und Interoperabilität der EU-Informationssysteme
bei der Bekämpfung der illegalen Einwanderung optimiert
und die Grenzkontrollen sowie die Steuerung dieser Systeme
verbessert werden können, wobei dem Erfordernis, das
richtige Verhältnis zwischen Strafverfolgungszwecken und
der Wahrung der Grundrechte zu finden, Rechnung zu tragen
ist.
Die Schleierfahndung in Deutschland hat die
Verhältnismäßigkeit schon lange überschritten, wie unser
Bericht aus dem Jahre 2001 zeigte. (Ein weiterer Tropfen
zum überlaufen)
Unter dem Motto: Reiseland Deutschland - nix wie hin"
begann im Januar 2001 das "Jahr des Tourismus 2001 in
Deutschland".
Leider musste ein German News Redakteur am eigenen Leib
feststellen, dass dieser Leitsatz in Bayern auf keinen
Fall zutraf und Reisende mit Represalien bei einem Besuch
von Bayerns Urlaubswelt rechnen konnten. NIX wie weg
konnte man nur sagen.
Hintergrund: Ein Mitarbeiter und Journalist der German
News fuhr mit der Deutschen Bahn am 23. Januar 2001 von
Stuttgart (Baden-Württemberg) nach München und wurde kurz
hinter Ulm (Bayerische Landesgrenze) im Rahmen der
sogenannten Schleierfahndung kontrolliert.
Die Kontrolle bei der o.g. "Schleierfahndung" umfasste die
Ausweiskontrolle und Taschenleerung.
Dabei wurde auch die Geld- und Dokumentenbörse überprüft
und der offizielle Journalistenausweis "entdeckt" und
entwendet.
Das Gespräch zeigte wie Kontrollen und deren Ergebnis
aussehen:
*POW = Polizeioberwachtmeister
POW: Was ist das denn ???
Fahrgast: "das ist ein Presseausweis"
POW: Das glaub ich nicht
Fahrgast: tja kann man nix machen.
POW: Was ist denn BDZV
Fahrgast: Das ist der Aussteller des Presseausweises das
heißt: Bundesverband der Zeitschriftenverleger
POW: da kann man ja nichts richtig lesen da sind die
Buchstaben ja ganz verschmiert
Fahrgast: ja der ist auch ein Jahr alt - hatten Sie schon
mal ein Dokument in einer Klarsichthülle längere Zeit ?
Dann sollten Sie wissen, dass Buchstaben sich ablösen und
an der Folie kleben bleiben.
POW: Den haben Sie selbst gemacht ! (feste Meinung)
Fahrgast: Sagen Sie mal - kennen Sie etwa keinen
Presseausweis ?
POW: so einen habe ich noch nie gesehen - der ist sicher
falsch
Fahrgast: ja und jetzt - was soll das heißen
POW: Den Presseausweis werden wir jetzt überprüfen
Fahrgast: bitte schön - nur warum ist mir "schleierhaft"
POW 2: Wo waren Sie:
Fahrgast: In Stuttgart
POW 2: und was haben Sie da gemacht
Fahrgast: Ich war auf einer Messe (CMT)
POW 2: und da haben sie einen Stand
Fahrgast: als Journalist recherchiere ich und habe keinen
Stand
POW 2: aha
WARTEN 15 Minuten später
POW: Den Presseausweis ziehen wir zur Überprüfung ein
Fahrgast: Das ist ja wohl nicht ihr ernst
POW: doch, doch. Sie bekommen auch eine Quittung mit
meinem Namen
Fahrgast: und wenn ich den Ausweis jetzt brauche ?
POW: in ein paar Tagen haben Sie den Ausweis wieder - wenn
er echt ist dann brauchen Sie ja keine Angst haben.
Anmerkung: aha und wenn er ein Scherzartikel ist, dann
wird man jetzt wohl verhaftet oder wie ?
Fahrgast: ah ja - so ist das - ich bin damit nicht
einverstanden
POW: Sie erhalten eine Quittung
Fahrgast: steht ohne Journalistenausweis da. Quittung
erhalten
Unsere Fragen an die Staatskanzlei Bayerns wurden
damals nach mehrmaligen Nachhaken
beantwortet und es wurde festgestellt, daß die
Beschlagnahme nicht korrekt war.
Der Ausweis wurde damals an den Verband zurückgegeben und
wurde vom Verband für den Journalisten dem German News
Mitarbeiter wieder neu ausgestellt. (1 Woche war kein
Ausweis vorhanden)
Das bayerische Innenministerium hatte bereits im Jahre
2000 zur Schleierfahndung eine Pressemitteilung
(PM 389/2000) herausgegeben die es wert sind einmal
nachzulesen.
Wie bei vielen Dingen war der konkrete Fall aus 2001 mit
der darin dargestellten "Wirklichkeit" nicht
übereinstimmend.
Die Schleierfahndung zeigte im konkreten Fall, dass
Personenkontrollen "unkontrolliert" durchgeführt wurden.
Weiter heisst es unter 2.2. Terrorismus
Der Europäische Rat betont, dass der Terrorismus unter
uneingeschränkter Wahrung der Grundrechte nur wirksam
verhütet und bekämpft werden kann, wenn die
Mitgliedstaaten ihre Tätigkeiten nicht auf die
Aufrechterhaltung der eigenen Sicherheit beschränken,
sondern auch auf die Sicherheit der Union insgesamt
abstellen.
Dieses Ziel setzt voraus, dass die Mitgliedstaaten
- die Befugnisse ihrer Nachrichten- und Sicherheitsdienste
nicht nur zur Abwehr von Bedrohungen der eigenen
Sicherheit, sondern gegebenenfalls auch zum Schutz der
inneren Sicherheit der anderen Mitgliedstaaten nutzen;
- den zuständigen Behörden der anderen Mitgliedstaaten
alle ihren Diensten vorliegenden Informationen, die
Bedrohungen der inneren Sicherheit eines der anderen
Mitgliedstaaten betreffen, unverzüglich zur Kenntnis
bringen;
- in den Fällen, in denen Personen oder Güter von
Sicherheitsdiensten im Zusammenhang mit einer
terroristischen Bedrohung überwacht werden, sicherstellen,
dass es nicht zu Überwachungslücken infolge von
Grenzüberquerungen kommt.
Der Europäische Rat ersucht den Rat, die Kommission und
die Mitgliedstaaten, ihre Bemühungen um die Einbeziehung
biometrischer Identifikatoren in Reisedokumente, in Visa,
in Aufenthaltstitel, in die Reisepässe der EU-Bürger und
in die Informationssysteme unverzüglich fortzusetzen und
unter Einbeziehung der ICAO-Normen Vorbereitungen für die
Ausarbeitung von Mindestnormen
für nationale Identitätsausweise zu treffen.
Unter dem Deckmäntelchen der Terroristenfahndung wird nun
das ganze System erweitert und nicht eingeschränkt.
Dass die US-Regierung ihre Bürger mit immer mehr solcher
Gesetze in ihren brügerlichen Rechten eingeschränkt ist
bekannt. Europa ist auf dem besten Weg sich ebenfalls dem
Diktat von Terroristen zu beugen und das System der
US-Regierung zu kopieren.
Wo die Freiheit wohl grenzenlos ist?
Es bedurfte mehrerer Revolutionen um die Freiheitsrechte
von Bürgern innerhalb der EU zu manifestieren.
Es bedarf scheinbar ein paar Weniger um das gesamte System
zu kippen. Schleichend langsam und fast lautlos aber
feststellbar.
Im Falle des übermäßigen Einsatzes beim Fall German News
wurde argumentiert, es handelt sich nur um ein Versehen,
sprich es handelte sich wohl um einen Einzelfall. Was
stellen dann Terrorakte eigentlich dar?
Haben wir jeden Tag an jedem Ort mit terroristischen
Anschlägen zu rechnen?
Wohl kaum. auch wenn der Innenminister Otto Schily
(SPD)einvernehmlich mit dem Innenminister Beckstein aus
Bayern (CSU) das immerwährend der Bevölkerung glaubhaft
machen möchten.
Ein Volk in Angst zu versetzen - was soll dabei
heruskommen? Das Ergebnis zeigten die letzten Wahlen im
Osten der Republik.
Sich dem Diktat terroristischer Einzelkämpfer
unterzuordnen ist den Freiheitsentzug nicht wert.
Jeder Bürger der EU und der Bundesrepublik Deutschland hat
nur ein Leben und dieses Leben muss so gelebt werden
dürfen wie es der Einzelne, ohne Gefährdung Dritter,
führen möchte.
Politiker und Verwaltungsbeamte sind immer versucht
Ordnung in das Chaos zu bringen. Doch die Welt ist ein
einziges Chaos. Der IRAK-Krieg zeigt das besonders
deutlich. Bei der Begründung, bei Der Asuführung und beid
er geplanten Beendigung.
Unter Punkt 3. STÄRKUNG DES RECHTS meint der Vorsitz
weiter
Der Europäische Rat betont, dass die Arbeit an der
Schaffung eines Europas der Bürger weiter vorangebracht
werden muss und dass der entstehende Europäische
Rechtsraum in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle
spielt.
Einige Maßnahmen sind bereits durchgeführt worden. Weitere
Anstrengungen sollten unternommen werden, um den Zugang
zur Justiz, die justizielle Zusammenarbeit sowie die
umfassende Inanspruchnahme der gegenseitigen Anerkennung
zu erleichtern.
Von besonderer Bedeutung ist hier, dass die Grenzen
zwischen den Ländern Europas der Beilegung
zivilrechtlicher Streitigkeiten oder der Erhebung
zivilrechtlicher Klagen und der Vollstreckung
zivilrechtlicher Entscheidungen nicht länger im Wege
stehen.
"Die Schaffung eines Europas der Bürger" und dann ist nur
noch von Justiz; Klagen, Vollstreckung die Rede.
Wo bleibt der Bürger mit seinen Rechten?
Es wird so mancher meinen, was solls, wer keinen Dreck am
Stecken hat braucht auch nichts zu befürchten.
Wenn es nur so einfach wäre. Denn einmal der Freiheit
beraubt ist von Recht nicht mehr viel zu spüren.
Die Einsitzenden "vermeintlichen " Terroristen in
Guantanamo auf Kuba werden davon ein Lied erzählen können,
wie es so ist, wenn man seine bürgerlichen Rechte geltend
machen möchte, nachdem man eingesperrt wurde.
Unschuldige in den Todeszellen der USA werden von der
Freiheit erzählen können die dann nichts mehr wert ist
wenn man selber einmal betroffen ist und unschuldig ist.
Wer glaubt er habe nichts gemacht und deshalb kann ihm
nichts passieren irrt gewaltig in einer Zeit wo
Regierungen meinen alles mit Kontrolle, Verhaftung und
Nivellierung des gesamten Spektrum zu erreichen.
Niemand will einen rechtslosen Staat. Recht muss Recht
bleiben. Aber es heisst auch im Volksmund "Du bekommst
kein Recht sondern ein Urteil". Das sollte niemals
vergessen werden. Recht haben heisst eben nicht Recht
bekommen.
Noch vor kurzem galt das Abhören der Wohnung als genehm
und akzeptabel - bei den Politikern. Erst Gerichte konnten
den Schutz der Wohnung wieder herstellen. Doch einmal
verdächtigt, einmal festgenommen lässt sich schwer das
Recht wieder finden - selbst wenn es nicht rechtens war.
Die kompletten Schlussfolgerungen des Vorsitzes des
EU-Rates finden Sie im Internet unter:
http://europa.eu.int/comm/justice_home/news/information_dossiers/2005-2009/docs/presidency_conclusions_de.pdf
Weitere Links zur Schleierfahndung finden Sie unter
www.germannews.com/magazine/schleierlinks.htm
Original einer Beschlagnahme während einer
Schleierfahndung finden Sie
hier
Weitere Beschwerden die German News zugegangen sind finden
Sie unter
www.germannews.com/magazine/schleierfahndung_embassy.htm
Informationen zum Datenschutz finden Sie unter
www.germannews.com/magazine/schleierfahndung_datenschutz.htm
Emailadressen der Abgeordneten in Bayern finden Sie unter
www.germannews.com/magazine/schleierfahndung_abgeordnete_bayern.htm
(gb)