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Was ist Public Relations
und warum ist PR wichtig? |
Public Relations, oder zu deutsch schlicht
„Öffentlichkeitsarbeit“, ist auch hierzulande ein wachsender
Dienstleistungsbereich. Immer mehr Unternehmen, Verbände, Kulturträger und
staatliche Organisationen bedienen sich professioneller Public Relations
Agenturen, um ihre Anliegen in die Öffentlichkeit zu transportieren. Public
Relations ist dabei mehr als einfache Werbung für ein Unternehmen, ein
Produkt oder eine Idee. PR beinhaltet vielmehr den Entwurf von umfassenden
Kommunikationsstrategien.
„PR ist also ein Kommunikationsmanagement, das den Prozess der
Meinungsbildung durch den strategisch geplanten, effizienten und gezielten
Einsatz von Kommunikationsmitteln gestaltet.“
PR-Unternehmen prägen nicht nur an herausragender Stelle das Image und die
Kommunikationsstrategien der wichtigsten multinationalen Konzerne, sondern
auf Grund des globalen Fusions- und Konzentrationsdruck verschmelzen sie
selbst zu einflussreichen „global players.“
Bereits in den frühen achtziger Jahren formulierte J. Walter Thompson,
damals Inhaber des gleichnamigen weltweit agierenden Werbe- und PR-Multis zu
dem auch Hill & Knowlton gehörte: „Wir halten in unseren Händen die größte
Konzentration an Mitteln zur Erziehung und Überzeugung der Massen, die die
Welt je gesehen hat – nämlich alle Kommunikationskanäle der Werbung. Wir
haben Macht. Warum sollten wir sie nicht nutzen.“
In Deutschland zeigt sich die Arbeit der Public Relations Industrie dadurch,
dass die Medien aber oftmals nur eine Pressemitteilung in Form eines
Newsletters erhalten und diese Informationen durch Pressefahrten und
Präsentationen im Rahmen von Presseessen abgerundet werden.
Da Redakteure auf diesem Weg täglich mit
PR-Informationen überschüttet werden und Pressetermine, schon aufgrund des
gestiegenen Kostendruckes, nur noch sporadisch wahrgenommen werden, sind
neue Wege im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zu beschreiten und
Werbebudgets zu überprüfen.
Bedingt durch die vielen gleichartigen
Meldungen (hügelige Landschaft, Wellness for ever usw.) kann eine
herausragende Stellung nur durch gleichzeitige Schaltung von Werbung oder
eben bezahlte Veröffentlichungen erfolgen. Als Beispiel sei dazu die
redaktionelle Beilage genannt. Dem Leser und Redakteur ist es ja aus
objektiven Gründen egal welchen Bericht er erstellt oder liest. Solange
keine Lügen aufgetischt werden müssen und das Gesagte der Wahrheit
entspricht ist lediglich die Auswahl der Information entscheidend.
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Der Einfluss der PR-Branche auf die
öffentliche Debatte wird schon dadurch deutlich, wenn man sich
vergegenwärtigt, dass je nach Quelle 40 bis 80 Prozent des Inhalts einer
Tageszeitung nicht auf eigener Recherche beruht, sondern auf vorgefertigte
„Geschichten“, auf Presseerklärungen, Agenturmeldungen u.ä. zurückgeht.
Auch Fernsehredaktionen benutzen immer häufiger bereits journalistisch
aufgearbeitetes Material von Anbietern, die ein vehementes Eigeninteresse
mit diesem Material verfolgen. Häufig genug wird solches Material ohne
Angabe der Quelle von den Sendern oder Zeitungsredaktionen verwendet und
damit als eigene Recherche ausgegeben.
Die Zugangsmöglichkeiten zu dem, was Öffentlichkeit genannt wird,
unterliegen zahlreichen ineinander greifenden Filtern. Das ist nicht neu.
Der Bedeutungszuwachs der PR-Branche verschiebt jedoch die Chancen sich
Gehör zu verschaffen, ein weiteres Stück in Richtung derjenigen
Protagonisten, die es sich leisten können, für ihre Anliegen die
professionellen Kommunikationsmanager der einflussreichsten PR-Multis
anzuheuern. Oder um es mit den Worten der Berliner Geschäftsführerin von
Hill & Knowlton zu sagen:
„Es muss eine Verlagerung von einer sachfragenorientierten Kommunikation hin
zu einer ‚Geschichten‚ gestützten Kommunikation stattfinden. Geschichten
über die Produkte müssen sich um Nutzen und Vorteil drehen, jedoch müssen
diese Nutzen themenorientiert und personifiziert werden.
Die grundsätzliche Kritik an der bisherigen
Kommunikationsstrategie ist relativ einfach:
„Um die gewünschten Wirkungen
hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmungen und Meinungen zu erzeugen,
müssen die Anbieter aufhören, als ihre eigenen Fürsprecher aufzutreten.“
Sie müssen sich vielmehr als eine Art Mediendienstleister begreifen: „Der
jeweilige Anbieter muss sich in die beste und zuverlässigste Quelle von
Inspiration und Information zu einem Thema für Journalisten verwandeln. Mit
anderen Worten: Der erste, hilfreichste und kompetentste Ansprechpartner für
die praktische Hinführung zu interessanten Geschichten und Produkten – auch
mit kontroversen Elementen vermischt – ein Lieferant von Material, das
Redakteure und die Leserschaft gleichermaßen zufrieden stellt und
keinesfalls als Industriepropaganda angesehen wird.“
Wer Journalisten und Endkunden wirklich
informieren will und erfolgreich kommunizieren will, muss die Binsenwahrheit
auch in der täglichen Meldung berücksichtigen:
Wer? Wie? Wo? Was? Wann? Warum?
Die meisten Meldungen berücksichtigen diese
sog. "W-Fragen" leider nicht und landen deshalb im Papierkorb oder werden
nach lesen der Info mit "aha und jetzt?" beantwortet.
Anbieter in Branchen mit Anfälligkeit für
Krisen
Damit es erst gar nicht zu einer wirklichen Krise kommt, empfiehlt es sich
eine präventive, regelmäßig durchzuarbeitende Checkliste mit Fragen wie:
„Woher kommt der Druck und wie kann er dem Unternehmen schaden? Wie gelangen
relativ kleine Gruppen an die Achillesferse von mächtigen Unternehmen? ...
Welchen Aktivistenforderungen gilt es, strategisch Rechnung zu tragen, und
welchen kann man sich widersetzen?“
Um tatsächlich frühzeitig drohende Krisen und Konflikte zu erkennen wird
eine permanente Medienanalyse in Bezug auf das jeweilige Unternehmen
empfohlen. Hierbei ist insbesondere ein regelmäßiger Internet-Check
hilfreich, wo bereits weit im Vorfeld von großen, medienwirksamen Kampagnen
die Diskussionen von gesellschaftlichen Kleinst-Akteuren und
Aktivistengruppen verfolgt werden können.
Doch nicht nur die Beobachtung im Internet sondern der wirksame Einsatz des
Medium "Internet" hilft bei Krisensituationen.
Das bedeutet, dass schon vor Krisensituationen eine permanente
Informationsstreuung im Internet erfolgen kann. Sonderveröffentlichungen
(bezahlt) aber presserechtlich unbedenklich sind eine Möglichkeit sich zu
positionieren und als kompetenter Zulieferer von Informationen sich
auszuweisen.
Ereignisse, wie Unfälle, Streiks oder Boykotterklärungen können relativ
unvermittelt ein Unternehmen nachhaltig schädigen. Häufig ist dabei der
eigentliche Anlass, zum Beispiel der konkrete Störfall, für das Unternehmen
weniger bedrohlich, als sich eine daran anschließende gesellschaftliche
Diskussion.
PR die nicht lügt aber positive Stimmung
erzeugt ist fast unbezahlbar und hat mit herkömmlicher Werbung (TV-Sport,
Inserat in Zeitungen/Zeitschriften) nicht zu tun. Deshalb versuchen Anbieter
z.T. auch über Umwege Redaktionen für einen Bericht zu begeistern was
manchmal auch zu negativen Berichten führen kann. Testberichte von Produkten
sind hier exemplarisch zu nennen.
Eines ist allerdings festzuhalten: Wer
nicht wirbt der stirbt. Es ist nur eine Frage der intelligenten
Vorgehensweise und dazu zählt sicher die bezahlte PR. Denn sie garantiert
den Abdruck, sensibilisiert den Markt/Kundenkreis und erscheint
termingerecht.
Eine weitere Form der Kommunikation sind
Gewinnspiele.
Diese haben den Vorteil, dass der
Interessent seine Adresse/Email dem Gewinnspielausrichter zur Verfügung
stellt und für das Thema des Gewinnspiels - sofern ein Thema belegt wurde -
sensibilisiert wurde.
Nachteil: Es handelt sich bei den
Gewinnspielteilnehmern zum großen Teil um reine Gewinninteressierte und
oftmals nicht um Interessierte zum Produkt/Angebot. Dieser Nachteil kann
aber durch den vorgenannten Vorteil wieder augeglichen werden, da eine
Nachbearbeitung und Sensibilisierung für das Thema/Produkt erfolgen kann.
Nach dem Motto: Ein paar Kunden werden aus
der Masse der Gewinnspielteilnehmer schon hängen bleiben.
(gb) 2006
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