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Kommentar + Kolumnen

Kommentar und Kolumnen der Redaktion zu Politik, Gesellschaft und Zeitgeschehen

Die Angsthasen der Oberklasse 2014 abgehakt. Ein Anlass, um zurückzublicken. Im Rückblick sind die Deutschen gerne Helden. Dafür identifiziert sich ein ganzes Volk mit wenigen, herausragenden Persönlichkeiten, nur, um dem Spiegelbild sagen zu können: „Na! So schlecht sind wir gar nicht.“ Und auch in diesem Jahr zeigt uns der Fernseher wieder Bilder davon, wie oberklasse wir waren, sind und nicht zuletzt: sein werden.
Und wenn sie nicht gestorben sind, lügen sie noch heute Eigentlich habe ich gedacht, dass die Vorweihnachtsglitter-Flittershow das Zuckrigste sein wird, was ich Ende dieses Jahres erlebe. Doch dann: „BÄM!“, hat mich eine Fernsehserie in ihren Bann geschlagen, die da heißt: „Schicksale – und plötzlich ist alles anders“. Erst einmal ist mir aber beim Zuschauen anders geworden. Und ich habe gemerkt: Nein, den Leuten reicht es noch nicht, was sie an Mediendreck fressen müssen. Sie holen sich dauernd Nachschlag am Buffet, welches das ganze Jahr von der Zeitarbeitskraft Verarschung für uns aufgewärmt wird. „Schicksale“ soll zeigen, wie Deutsche leben, und zwar im Foto-Love-Story-Format.
Den Dolch im Gewande Die Union und besonders die CSU tun sich seit je her schwer, überzeugend Toleranz gegenüber Einwanderern oder Flüchtlingen zu zeigen. Bestes Beispiel: Markus Söder. Dieser würde mit Sicherheit sofort ohne jede Diskussion als Kronprinz gehandelt werden, wäre er kein Franke. Ein Franke als Ministerpräsident ist das rote Tuch des Unionsstiers, seit der Beckstein seine Präsidentenchance so vergeigt hat.
Totale Liebe = Totaler Krieg: der gedruckte Terror der Kantinenphilosophen Es ist grundsätzlich löblich, wenn sich Journalisten auf das besinnen, was sie tun sollten: ihren Lesern die Welt erklären. Aber natürlich gibt es gute und schlechte Erklärungen. Und solche, die sich ein Schreiberling gern mal aus den Fingern zu saugen scheint, weil es ihm gerade so passt. Oder weil er - beeinflusst von seiner Umwelt, seinem Leben und dem daraus resultierendem Zy-, Alkohol- oder Opportunismus - in der Kantine ein Sprüchlein zu den großen Fragen der Welt verlautbart hat, das wiederum ein Kollege mit einem analogen „gefällt mir“ als ausgezeichnet gekennzeichnet und gefragt hat: „Machste da was zu?“ (Aus oben genannten Gründen. Oder weil er sich lächelnd denkt: „The joke is on you.“)
Die Trachtition Es kommt der Tag, zum Beispiel, wenn man den 29. verregneten Biergartenbesuch absolviert, da mag man sich mit der ständigen globalen Katastrophengaudi gar nicht mehr beschäftigen. Vor allem, wenn man dicht gedrängt unter einem sogenannten „Regenschutz“ zusammenhockt, trotzdem nass wird, das Bier verwässert und jemand sagt: „Jetzt marschiert er wieder, der Russe! Als ob wir nicht genug mit dem Neger zu tun hätten, den wir dauernd füttern müssen.“ Ein anderer sagt dann: „Genau! Als ob es nicht langen tät, dass wir für dem Russen seine #DDR zahlen dürfen!“

Modellautos und das Sommerloch 2014

Wenn man hadert(h) Man kann sich heuer über viel ereifern, über ein Sommerloch aber wahrlich nicht. Ein paar strapazierte Deutschlandfähnchen hängen bestellt und nicht mehr abgeholt herum, als Erinnerung an den WM-Wahnsinn, der bis August dieses Land im Griff hatte. Entweder hat man sie vergessen oder ein „Jetzt-erst-recht“-Gefühl für sie entwickelt. Wie auch immer, schön ist das nicht. Eher verschämt, traurig, deplatziert. Besonders im gleißenden Lichte, das dieser Sommer auf unsere Lande wirft. Alles strotzt vor Leben, Hitze und Grillfleisch. Und kein laues Lüftchen mag die Fahnen elegant bewegen. Die Sommernatur verhält sich wie Christine Haderthauer: still.
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