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Pressegespräch im Weinzelt am 13.9.00 (Gerd Bruckner)

O’g’streamt is!

Am Anfang stand eine Idee -- und die war ein Jahr alt.

Man plant und verwirft und irgendwann, wenn’s zu lange dauert, vergisst man es wieder. Und plötzlich ging’s doch los.

Ein Volontär, der Herr Weinbeck, fängt bei German News an, hört von der Idee und sagt so einfach - also da kenn’ ich den Stefan Kuffler und der hat das Weinzelt. "Schau ma moi". Gesagt getan und schon war der begeisterte Stefan Kuffler bereit, die Kameras installieren zu lassen

Das war im April dieses Jahres.

Doch: Wie machen?

Und siehe da, da gab’s doch einen aufmerksamen Wegbegleiter der Computertechnologie seit ihren Anfängen -- Arno Kral.

Und dem fehlte eine Idee und ein Zelt. Tja jetzt war alles da und der Grundstein gelegt

Und um so ein Projekt erfolgreich durchzuziehen, bedarf es einiger Professionalität, Durchhaltevermögen und Glück.

Eine Portion Naivität und kindlicher Spieltrieb gehört aber auch dazu.

Sonst würde man ja nie anfangen.

In der Zeit der Sponsorensuche hat es diverse Up’s and Down’s gegeben, die zeigen, dass es Firmen gibt, die es bringen und welche die es überhaupt nicht bringen.

Wie etwa genau die Firma, die unbedingt mit Ihrem Funknetz als großer Sponsor auf die Wies’n wollte und als es darauf ankam, nicht einmal die nötigen Komponenten beschaffen konnte.

Und das war am 16.8., genau zwei Tage vor dem geplanten Aufbautermin und einen Monat vor Wies’nstart.

Was hatten wir bis dahin? Den Beginn der Farbauswahl beim Webdesign und den Umfang festgelegt, Kameras und Webserver und die Idee der drahtlosen Datenübertragung von der Wies’n ins Internets.

Und sonst nichts 

Jetzt denkt man doch glatt, was braucht’s jetzt noch viel, ist doch alles da was man braucht.

Der User sieht Live-Video im Browser und das Bild wird halt irgendwie aufgenommen und über einen Telefonbetreiber verschickt.

Ja, Pustekuchen!

Und wenn ich Ihnen das kurz darstellen darf, so hat sich mittlerweile eine Studie über Streaming Video ergeben. Kabellos.

Streaming unplugged

Diese Studie zeigt, wie eine "wireless" -- also strippenlose MPEG 1-Übertragung von dem größten Volksfest der Welt erfolgen kann.

+++ Laptop Demo +++

So werden am Samstag drei Kameras mit jeweils einem eigenen Webserver (wie ein kleiner PC) von Convision aus dem Weinzelt (hier befinden wir uns ja gerade) und zwei Kameras aus dem Hofbräu-Zelt die Bild- bzw. die Videodaten zur Paulskirche schicken.

Dass bereits da vieles getan werden musste, versteht sich von selbst. Nicht nur bereitstellen sondern auch machen.

Und da war Infinigate, vertreten durch Sebastian Mayer, besonders hilfreich. Ein wahres Mitglied des technischen Hilfswerks in Miesbach und wahrlich ein echter Macher.

Es galt, 334 Treppenstufen in der Paulskirche mit schwerem Gepäck wieder und wieder zu überwinden. Ja, das wünscht man nicht ’mal dem schlimmsten Feind.

Auf der Paulskirche werden die Signale von zwei weiteren, dort in luftiger Höhe von 80 Metern montierten, Kameras hinzugefügt und zusammen mit den Streams der Zeltkameraserver komplett zur Bildregie gesandt.

Dass das Senden auch wieder gemacht werden muss, ist auch hier klar. Und hierbei hat uns Harry Katz von Delta Network Systems, nicht nur die Hardware beschafft, sondern auch dafür gesorgt, dass die notwendigen Funk-Router (dort oben) ja ganz schön hoch, auch zu der Außenantenne senden. Avaya stellte uns hierfür fast die Hälfte des Funkequipments zur Verfügung.

Das Montieren ist es halt. Und das wieder in zwei Zelten und auf der Paulskirche. Mit ihren 334 Stufen zur zweiten Galerie.

Die Daten werden nun dort mit zu denen aus der Ausstellung Clean Energy sowie aus dem Regieraum hinzuaddiert.

Der Regieraum wurde uns vom deutschen Museum kostenfrei gestellt. Besondere Unterstützung erhielten wir durch Frau Hladky, der Leiterin des zukünftigen Verkehrsmuseum.

Das Deutsche Museum zeigt, daß es ein Herz für neue Technologien hat.

Das Bildregieteam bedient in diesem Raum die Kameras und kann z.B. bei jugendgefährdenden Aufnahmen wegschwenken. Andere Aufnahmen, die nun weiß Gott mit einer lustigen und fröhlichen Wies’n nichts zu tun haben, werden ebenfalls ausgefiltert.

Dass im Regieraum eine freundliche Atmosphäre herrscht, obwohl es schwer ist gegen ein Bierzelt, oder in diesem Fall Weinzelt, anzukämpfen, ist Thomas Weinbeck und Sebastian Mayer zu verdanken und der Firma KARE, die das Mobiliar für den Regieraum stellte.

Dort werden die Streams aufgelegt, für bis zu 400 im gleichen Zeitpunkt abgerufene Zugriffe aufbereitet und gegebenenfalls vom Websplitter der Network Appliance als Nachbrenner nochmals multipliziert (mehrere hundert).

Der User merkt von dieser Maschinerie nichts ihm stehen die Webseiten www.oktoberfest-tv.com oder www.wiesn-2000.de im Browser zur Verfügung mit den Streams darin.

Real - wie kommt nun der Stream in den Browser?

Wegen seiner weiten Verbreitung haben wir uns für den Real-Players für die Wiedergabe entschieden. Allerdings werden die Streams nur angezeigt eine Aufzeichnung auf die Festplatte ist nicht vorgesehen.

Hier setzt die Programmierkunst von Christian Nagel bei Fissenebert&Koye an:

Über die Einbindung der Scriptsprache SMIL (Streaming Markup Interactive Language), die in den HTML-Code eingebettet wird. F&K schöpfte die Fähigkeiten der Mini-Streaming-Maschine S1 von Convision voll aus einschließlich der Programmierung bis dato noch nicht unterstützter Funktionen -- Solche Synergien zeigen, wie lohnenswert dieses Projekt für die Partner sein kann.

Im Vorfeld war Smartmedia Sinnstifter und federführend für das technologische Konzept, hat beraten und die essentiellen Kontakte hergestellt.

Die Dampfplauderer wurden ausgefiltert, die Paulskirche mehrfach erklommen (wie zuvor schon bei Sebastian von Infigiate gesagt) -- und er war der ruhende Pol.

Federführend wurde die PR wurde von Jürgen Rast von Hardvard PR gestaltet und mit den Partnern und Agenturen der Sponsoren durchgeführt.

Deshalb sind wir alle heute hier versammelt.

Wir wollen das Oktoberfest von der schönen Seite zeigen, denn im Millennium sollen sich alle freuen.

Und wenn durch den Verkauf von Bannern oder Vorfilmen noch die eine oder andere Mark übrig bleiben sollte, dann wird dieses Geld den Münchner Kindergärten gespendet.

O’g’streamt is!
Prost!

Gerd Bruckner
Internetpionier

Lange, bevor Bertelsmann, Süddeutsche, Gruner & Jahr, auch nur einen Gedanken daran verschwendet hatten, das Internet als Nachrichtenmedium zu nutzen, hatte German News bereits den wohl ersten deutschsprachigen Nachrichtendienst online gebracht. 1994

Und mittlerweile realisiert Cybernex Projekte wie www.germanpress.com für Touristikjournalisten, der älteste Bierwettbewerb im Internet, einen Bayern-Report und andere Internetprojekte.

Gleichzeitig wird ein seit 10 Jahren im Markt etabliertes Presse-Datenbankprogramm mit dem Namen "Address ONE" beständig weiter entwickelt.

Und alle Projekte tragen sich. Die Man-Power halt, aber das ist ein anderes Thema.