Antwort der Redaktion zum Schreiben der SOS-Kinderdörfer (7.4.04)



vielen Dank für Ihr Schreiben.

Wir denken, dass die Satire neben Ihnen von etwa 80% der Visitors erkannt wurde, die restlichen 20%, welche das Stadium der Irritation nicht überwunden haben, haben durchweg ihre Empörung zum Ausdruck gebracht - wir haben mehrere hundert Lesermeinungen online veröffentlicht.

Entstanden ist die Aktion aus dem Gefühl der Ohnmacht über diesen Krieg und darüber, wie er schön geredet wurde. Wir sahen mit an, wie Völkerrecht gebrochen wurde, die Weltöffentlichkeit schamlos belogen wurde, wie Menschen starben, verletzt und verstümmelt wurden, und nun erleben wir die Folgen des kurzsichtigen Handelns im Rausche selbstgefälligen US-Hegemonialwahns: die gesamte Region ist destabilisiert, die Gewaltspirale dreht sich weiter, die Polarisierung in der islamischen Welt beschleunigt sich.

Und Frau Merkel hat, und das ist ein bedeutender deutscher Beitrag, all dies schöngeredet. Inzwischen hat sie das ganze Thema konsequent vermieden.

Mitlaufen und wegsehen, welch erprobte Strategie !

Wir haben die Satire als Mittel gewählt, um Lautstärke zu erzeugen.

Bei der Vehemenz der Geschehnisse im Irak und der damit verbundenen Kriegspropaganda ist flüstern nutzlos.

Krieg und Gewalt generieren Waisen. Und Gott sei Dank gibt es Organisationen
wie die Ihre, welche hier eingreifen, um die Not zu lindern.

Wie geht es ihnen denn, wenn Sie dabei zusehen müssen ? Irritiert gerade Sie das nicht viel mehr ?

Wir sind davon ausgegangen, dass ihre Organisation einen ähnlichen Standpunkt bezieht, denn er ist zu allererst ein humanitärer, zwangsläufig auch ein politischer.

In diesem Zusammenhang schien uns der Hinweis auf die SOS-Kinderdörfer geeignet und sinnvoll.

Wir werden den Link zu den SOS-Kinderdörfern, ausdrücklich auf Ihren Wunsch hin, entfernen. Sie werden damit auch den Kontakt zu Lesern verlieren, allein innerhalb der ersten 7 Tage waren es rund 10.000 Leser und Teilnehmer.

Wir hoffen dennoch, der Link hat bei unseren Lesern die entsprechende Aufmerksamkeit gebracht und zu einigen Spenden geführt.

Mit freundlichen Grüssen
 


Redaktion German News

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